Teil 1 Sublimation für Anfänger - die ersten Schritte:  Der Drucker

05.04.2021 06:52

Erstausgabe 24.12.2018

Update 05.04.2021

Teil 1 Sublimation für Anfänger - die ersten Schritte:  Der Drucker

Du interessierst Dich für Sublimation und alles was dazu gehört? Dann gebe ich dir hiermit mal eine Leitlinie an die Hand, darüber, was du alles brauchst, um Deinem neuen Hobby zu frönen:

Der Drucker

Nicht jeder Angebotene Drucker ist für Sublimation geeignet.

Hier müssen wir zwischen Laserdrucker und Tintenstrahldrucker unterscheiden.

Mit Laserdruckern ist keine Sublimation möglich. Also fallen die schon mal raus. Ok nun schauen wir nach Tintenstrahldrucker. Hier muss zwischen der Druckkopftechnologie unterschieden werden.

Magst du das wirklich wissen? Na gut, dann Texte ich dich mal zu.

Tintenstrahldrucker arbeiten je nach Hersteller mit unterschiedlichen Druckkopftechnologien. Der japanische Hersteller Canon benutzt die sogenannten Bubblejet Druckköpfe. Bei Hewlett Packard sind es Desktopdruckköpfe. Und bei Epson und Brother werden Piezo Druckköpfe verbaut. Und genau diese Piezo Druckköpfe kommen wunderbar mit Sublimationstinte zurecht.

Funktionsweise eines Piezodruckkopfes

Kernelement der Technologie ist ein Material, das den piezoelektrischen Effekt nutzt. Dabei wird eine elektrische Spannung an eine piezoelektrische Platte gelegt, die Platte verformt sich und drückt dadurch flüssige Tinte aus einer Düse.

Bei einem Micro-Piezo-Druckkopf sitzt hinter den Farbdüsen ein Piezoelement. Dieses Piezo-Element besteht aus einem piezoelektrischen Material kombiniert mit einer Vibrationsplatte. Wird nun eine elektrische Spannung an das Piezoelement gelegt, so biegt sich das Element nach außen. Durch diesen Effekt entsteht ein Unterdruck, der dazu führt, dass Tinte aus der Tintenkammer in die Vorkammer gesaugt wird. Sobald die Tinte ausgestoßen werden soll, wird die Polung umgekehrt und das Piezoelement biegt sich sehr schnell in die entgegengesetzte Richtung. Dieser Effekt treibt die Tinte mit hoher Geschwindigkeit durch die Farbdüse.

Die elektrische Ladung kann sehr fein variiert werden, dadurch ist es möglich, auch die Menge der ausgestoßenen Tinte sehr genau zu steuern. Vor allem deswegen, weil die Tinte dabei nicht erwärmt wird. Es können Tröpfchen mit einer Größe von 1,5 Picoliter erzeugt werden, diese Präzision lässt sich in den Druckergebnissen nachweisen. Epson bezeichnet die Ansteuerung des Druckkopfs als VSDT (Variable Sized Droplet Technology).

Der Druckkopf ist fest im Drucker verbaut und muss nicht mit jedem Patronentausch mitausgetauscht werden, der Druckkopf muss daher robuster ausgelegt werden und ist teurer als bei anderen Techniken. Im Gegenzug sind die Kosten für die Tintenpatronen günstiger, da die Kosten für den Druckkopf entfallen. Zudem kann eine breite Palette an Tinten und Farben eingesetzt werden, da die Tinte, anders als bei anderen Techniken, nicht erhitzt wird.

Alle anderen bekommen das nicht hin - also kommen derzeit nur Brother und Epsondrucker in Frage.

Wenn Du jemanden fragst der mit Sublimation schon länger druckt, wird er oder sie Dir wahrscheinlich etwas von einem Ricoh- oder Virtuoso- Drucker erzählen. Das hat damit zu tun, dass die Drucker dieser Hersteller schon länger für Sublimation benutzt werden. Dummerweise sind die Drucker von Ricoh kaum noch zu einem brauchbaren Preis zu bekommen, da die Produktion der Ricohs eingestellt wurde und die Drucker jetzt unter neuem Namen weiterproduziert werden. Sawgrass oder Virtuoso heißen die guten jetzt und sind jetzt preislich sehr weit weg von dem, was man für das Hobby gebrauchen kann. 

A4 oder A3

Wenn Dir ein A4 Drucker ausreicht, dann ist aus unserer Sicht in jedem Fall ein Epson Tintenstrahldrucker anzuraten.

Aktuell  ist der WF2010 eines der beliebtesten Einstiegsgeräte in A4, dieser ist preiswert, robust und einfach im Umgang. Der Optimale Drucker um zu starten.

Für einen A3 Drucker schaue nach einem Epson Ecotankdrucker - dieser druckt mit einem CISS (Schlauchsystem und entsprechenden großen Tintentanks). Das hat den Vorteil damit erheblich länger drucken zu können, ohne ständig die doch recht kleinen Tintenpatronen der günstigeren Drucker nachfüllen zu müssen. Der Nachteil ist, das die Grundanschaffung erst einmal ins Geld geht. Seit September 2019 gibt es einen neuen Epson A3 Drucker, den XP 970, der nur halb soviel wie der Ecotankdrucker kostet, dafür aber noch mit Druckerpatronen druckt, die es schon länger am Markt gibt und damit ausgereift sind. Und zusätzlich kann der Gute auch noch mit 2 zusätzlichen Farben umgehen, was wiederum erheblich mehr Farbspielraum beim drucken zuläßt und Ausdrucksstärker als ein normaler Vierfarbdrucker ist.

Aktuell werden in den Sozialen Medien 2 Drucker besonders hoch gejubelt. Die Rede ist von dem Epson SC-F100, der erste von Epson selbst für den Sublimationsdruck in A4 hergestellte Drucker und der Sawgrass SG500 (A4) bzw. der SG1000 (A3). Ja, die Drucker sind gut und machen das was Sie sollen - aber das zu Preisen, die für den Hobbysektor und für Anfänger m.E. nach nicht geeignet sind.

Was dir zu den Druckern niemand sagt ist, das die Drucker auch so Ihre Schwächen haben.

Der SG500 / SG1000 haben nicht unerhebliche Unterhaltskosten, sprich die Sublimationstinte kostet richtig Geld und auch der Epson, der zwar wirklich niedrige Druckkosten mitbringt, hat durch seinen hohen Einstiegspreis und die nicht unerhebliche Garantiebeschräkung (1 Jahr Garantie / bzw. 2.000 Seiten Druckleistung so seine Mankos. Und 2.000 Seiten sind in der Sublimation sehr schnell gedruckt und da stellt sich die Frage, ob dieser erhebliche Mehrpreis im Einkauf des Druckers, die "schlanke" Garantie wirklich wert ist. Zumal es auch aktuell keine Garantieverlängerung gibt. 

Was aber für beide Drucksysteme spricht, ist das Sie recht einfach in der Handhabung sind und man nicht wirklich viel falsch machen kann.  

Für den SG500 gibt es eine baugleichen Drucker aus dem Hause von Ricoh der nicht mal die Hälfte kostet  

Starterpaket im Komplettset oder Einzelkauf

Was Du Dir genau überlegen solltest ist, ob Du ein Komplettset - also: Drucker, passende Easyrefillpatronen und passende Tinte- kaufst oder Dir alles einzeln anschaffst.

Es wird in jedem Fall finanziell günstiger sein, Dir alles einzeln zusammen zu suchen und zu kaufen. Ein Komplettpaket kostet in der Regel 30% bis manchmal 50% mehr als der Einzelkauf. Das hat allerdings weniger mit der Gewinnabsicht des jeweiligen Händlers zu tun, als eher mit einer, nennen wir es mal Sicherheitspauschale, die er sich zurücklegt, wenn doch der eine oder andere Drucker ein Ausfall wird.

Nun stell Dir mal folgende Situation vor: Du kaufst Dir irgendwo einen Drucker, dann bei einem anderen Händler die passenden Patronen und beim nächsten die Sublimationstinte und im schlimmsten Fall auch noch bei einem anderen das Transferpapier… Nun hast du 4 Zulieferer und wenn was nicht funktioniert - an wen wendest du dich? Oder im schlimmsten Fall : der Drucker geht wegen der Sublimation kaputt?

Der Druckerhersteller selbst hat super wenig bis Null Interesse daran, dass Du den Drucker für die Sublimation benutzt und der Händler, der Dir den Drucker verkauft hat, ist meistens auch nicht doof und beide werden im Reklamationsfall und Verdachtsmoment dahinter kommen, das Du mit Sublimation gedruckt oder zumindest versucht hast.

Oder noch schlimmer - Du hast entsprechende Fragen in einem der Sublimationsforen, zum Beispiel bei Facebook, gestellt.

Na, dann kannst Du den Garantieanspruch meistens vergessen, da der Drucker ja für den Einsatzzweck des Sublimationsdrucks nicht gedacht ist. Er kann Sublimation - das steht außer Zweifel - aber der Druckerhersteller hat das nicht gerne.   

Wenn Du Dir ein etwas teureres Komplettpaket kaufst, hast du zwar mehr Geld bezahlt und der Verkäufer hat etwas an Dir verdient, aber der Verkäufer dient Dir dann auch als einzige Anlaufstelle, wenn was nicht funktioniert. Er kann sich nicht rausreden, da Du den Drucker ja als Sublimationsdrucker gekauft hast.

Außerdem sind die meisten Sublimationsstarterpakete mit den dazugehörigen Komponenten aufeinander abgestimmt, was Du beim Einzelkauf eben nicht hast und erst herum probieren musst, wie es am besten funktioniert.

Ein normaler Tintenstrahldrucker druckt mit den passenden Patronen auf Kopier- oder Fotopapier immer ähnlich, was bei einem "ungenutzten" Sublimationsdrucker nicht ganz so der Fall ist. Mit jeder Änderung einer der wesentlichen Komponenten wie der Sublimationstinte, dem Papier oder sogar der Presse, bringt völlig andere Ergebnisse zu tage.

Also vergiss alles, was Du bislang über Normaldrucker weißt - das hat bei Sublimation keine Gültigkeit.

Wenn Du also nicht so experimentierfreudig bist, kauf Dir ein Komplettes Starterpaket. 

Unsere Starterpakete:

Was Du alles beim Einzelkauf wissen musst:

Nun, wenn Dir keines der Starterpakete zusagt, dann kannst Du Dir ja Dein Paket ja immer noch selbst zusammen suchen.

Wenn Du nach einem Drucker schaust, achte also darauf, ob dieser Drucker einen Piezzodruckkopf hat. Das steht zumeist in der technischen Beschreibung.

Nun schaust Du zum Beispiel hier ob es zu dem Drucker Deiner Begierde auch passende Easyrefillpatronen gibt. Gibt es welche, dann brauchst Du jetzt nur noch Sublimationstinte und Sublimationstransferpapier.

Wenn Du allerdings noch einen Epson- oder Brother- Drucker herumstehen hast, dann ist das natürlich die preiswerteste Möglichkeit, um mit Sublimation anzufangen.

Auch hier gilt es zu schauen, ob es passende Easyrefillpatronen gibt. Wenn ja, dann hast du aber noch ein Stück Arbeit vor Dir. Du musst als erstes den Druckkopf von der "normalen" Tinte oder sogar von Verstopfungen befreien. Dafür haben wir Druckkopfreinigungskits entwickelt. Mit einem Druckkopfreinigungskit kannst Du einfach, schnell und sehr effektiv Deinen Druckkopf sauber machen.

Auch wenn Du den Drucker längere Zeit nicht nutzen möchtest, wäre es ratsam, den Druckkopf von der Sublimationstinte zu befreien, damit diese nicht eintrocknet und den Druckkopf verstopft.

Ist der Druckkopf sauber, kannst Du die Sublimationspatronen einsetzen. Ein paar mal noch die interne Druckkopfreinigung machen, damit der Druckkopf sich wieder richtig mit Sublimationstinte satt füllt.

So das war es soweit… 

Hier geht es zum 2ten Teil Sublimation für Anfänger: Die richtige Sublimationstinte 


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