eScooter Hacking

05.11.2019 19:01
Vergangene Woche war ein junger Mann bei uns im Geschäft und wir installierten seinen PC neu.

Wie es nun mal so ist kamen wir zum Thema eScooter ins plaudern und das Thema kam wie so oft auf die 20 Km/h zu sprechen und das er gerne seinen eScooter schneller haben möchte.

Er erzählte, das er alles an Infos aufsauge, was das Thema Softwaretuning oder Softwarehack hergebe. Aber tatsächlich hat er noch nichts gefunden, was wirklich funktionierte.

Es gibt eine zunehmende Menge an Ausländischen Webseiten die Softwaretuning gegen Geld versprechen und tatsächlich hatte er sich auf eine Seite eingelassen die Ihm 49,95 Dollar per Bitcoin Transfer abnahm und eine Software per Download schickte. Nach dem Download fuhr sein Rechner runter und startete neu. Allerdings konnte er nichts mehr machen da Ihn ein Schild anlächelte das er 500 Dollar per Bitcoin an XXX senden soll, damit Ihm dann der Entspeercode zugesendet wird.

OK - das war der Rechner der bei uns auf dem Tisch stand. Neue Festplatte rein, neu installiert und alles wieder gut.

Er geht immer noch auf Suche, allerdings nimmt er dazu nur noch sein Tablet und nicht mehr seinen Rechner.

Das Tablet ist billiger als, sein Rechner!

Ich muß an dieser Stelle darauf hinweisen das ein gelungenes Tuning auch ein paar gravierende Nachteile mit sich bringt. Zum einem verlierst du bei einem Unfall wahrscheinlich die Versicherungsleistung, sofern bekannt wird, das dein eScooter getunt ist und zum anderen verschleißt dein eMotor und die belasteten Bauteile wesentlich schneller.

Der ewige Traum vom schnelleren Fahren und der Kick schneller zu sein als andere:

Ja, die 20 Km/h sind schon echt langsam, aber irgendwo musste ja ein Kompromiss gefunden werden, also ein Stopsignal, wo das Fahren ohne nötigen Führerschein halt vertretbar ist. Außerdem wäre es den Fahrern gegenüber völlig unfair, wenn diejenigen die einen Führerschein für die Mofa und aufwärts gemacht und bezahlt haben, nun von Fahrzeugen überholt würden, wo eben kein Füherschein benötigt wird.

Ich kann diesen Wunsch sowas von nachvollziehen - in der Mofazeit hatte ich eine Zündapp Bergsteiger von meinem Vater übernommen. Die Gute fuhr ohne Tuning schon 29 Km/h und hatte einen Tacho wo sogar ne 50 drauf stand.

Dann lernte ich Denny kennen, ein kräftiger Amerikaner dessen Vater auf dem Flughafen Tempelhof mit hohen Rang stationiert war und der war auch ein begeisteter Mofafahrer. Und Denny bastelst auch noch gern...

Meine Güte was haben wir herumexpermentiert. Sei es an der Technik, sei es an der Spritmischung.
Durch den Kontakt zum Flughafen war es möglich auch mit Kraftstoff zu spielen, der so nicht in (West) Berlin erhältlich war. Und ja, wir haben die Zündapp auf 40 Km/h gebracht. Dieses Tempo konnten wir auch nur auf dem Flughafeninnenrandbereich unbesorgt ausfahren, da die Amis keine Geschwindigkeitsbegrenzug für Mofas hatten - allerdings galt dort schon Helmpflicht.

Wir haben uns keine Sorgen wegen einer Möglichen Explosionsgefahr gemacht, wir haben nicht darüber nachgedacht, das der robuste Zündapp Motor vorzeitig den Geist aufgeben könnte... Wir wollten einfach nur mehr!

Wir hatten einfach Spaß daran gehabt. Das tüfteln, das basteln, sich nen Kopf machen und das Ergebnis - das lösen von Problemen...

Hier war der Weg das Ziel!

Was passieren kann wenn du mit einem schnelleren eScooter erwischt wirst:

Fahrzeug wird zunächst einmal zwecks Ermittlung der technischen Daten sicher gestellt. Dann bekommst Du eine Anzeige (vermutlich) wegen Fahrens ohne gültiger Fahrerlaubnis. Außerdem noch eine wegen falschen Versicherungsschutz. Und dann bekommst Du neben einer Geldbuße vermutlich noch weitere Schwierigkeiten. Und ob du den eScooter wiederbekommst, ist auch noch fraglich.


Ob sich das Risiko für ein paar KM mehr lohnt?

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